Wie Sie im Chaos den inneren Kompass wiederfinden
Laut dem Conference Board CEO Confidence™ Survey (2026) ist „Unsicherheit“ zur größten wirtschaftlichen Bedrohung für US-CEO aufgestiegen. 43 % der Führungskräfte nennen sie als Top-Risiko, noch vor Inflation oder Zinsen. Die Studie zeigt explizit, dass trotz aller verfügbaren Daten und Tools das Gefühl der Kontrollierbarkeit der Zukunft so gering ist wie selten zuvor.
Ebenso bestätigt der Allianz Risk Barometer 2026, dass globale Geschäftsrisiken wie Lieferkettenunterbrechungen und politische Unsicherheiten die Top-Listen anführen – Ereignisse, die sich durch reine Datenanalyse nicht vorhersagen lassen.
Die moderne Geschäftswelt suggeriert Ihnen: Mit genügend Daten, den richtigen Tools und perfekten Strategien liesse sich alles kalkulieren. Technologie verspricht Kontrolle – über Märkte, Prozesse und sogar über Menschen. Für fast jedes Problem scheint es eine App zu geben, für jede Krise eine Methodik und für jede Unsicherheit ein Dashboard.
Doch die Realität im KMU holt Sie oft unvermittelt ein: Ein Schlüsselkunde springt zur Konkurrenz ab und 20 % des Umsatzes brechen weg. Ein Lieferant wird insolvent, die Produktion steht still. Neue politische Regulierungen stellen Ihr gesamtes Geschäftsmodell infrage.
Es wird klar: Das vermeintliche Wissen und die Systeme waren nur eine Illusion von Sicherheit. Das Paradoxe daran: Je mehr Sie kontrollieren wollten, desto hilfloser stehen Sie da, wenn das Unerwartete eintritt. Das erzeugt innere Unruhe, Frust und das Gefühl persönlichen Versagens.
Der Wunsch nach einer schnellen Lösung ist verständlich. Viele Führungskräfte kommen mit der Erwartung ins Coaching: „Geben Sie mir den Plan, wie ich die Situation wieder in den Griff bekomme.“ Genau hier liegt jedoch das Problem: Das Leben und der Markt lassen sich nicht vollständig kontrollieren. Was sich der Kontrolle entzieht, löst sich nicht durch noch mehr Optimierung. Wie der Soziologe Hartmut Rosa feststellt: Wir müssen lernen, uns auf das „Unverfügbare“ einzulassen, statt es bekämpfen zu wollen. Wer das Unplanbare mit starrer Kontrolle bändigen will, verliert oft genau das, was er bewahren möchte: seine Klarheit und Handlungsfähigkeit.
Mein Ansatz: Raum statt Rezept.
Genau hier setzt meine Arbeit an. Führung in unsicheren Zeiten bedeutet nicht, noch mehr Kontrolle zu versuchen – sondern zu lernen, mit dem Unberechenbaren umzugehen. Nicht durch Pläne, sondern durch Haltung.
Viele meiner Coachees, meist Führungskräfte aus dem Mittelstand, kommen mit dem Wunsch: „Gib mir den Plan, wie ich das wieder in den Griff bekomme.“ Doch das ist das Problem: Das Leben lässt sich nicht kontrollieren. Wie Hartmut Rosa sagt: „Wir müssen lernen, uns auf das Unverfügbare einzulassen.“
Wer das Unplanbare mit Kontrolle bekämpft, verliert oft genau das, was er bewahren will: seine Gelassenheit und Klarheit."
Ich schaffe Resonanzräume
Führung in unsicheren Zeiten bedeutet nicht, die Zügel noch fester anzuziehen. Es bedeutet, innerlich einen Schritt zurückzutreten, wenn äussere Pläne nicht mehr greifen. Es geht nicht um neue Checklisten, sondern darum, wieder einen festen Stand und klare Sicht zu gewinnen.
Stellen Sie sich einen geschützten Ort vor, an dem Sie die Maske des „immer Wissenden“ ablegen dürfen. Einen Raum für echtes Sparring, in dem Sie nicht funktionieren müssen, sondern einfach sein dürfen – mit allem, was gerade schwer wiegt und unbeantwortet ist.
Ein Ort, an dem Sie:
- Ihre größten Herausforderungen offen besprechen können – ohne dass Sie sofort eine Lösung parat haben müssen,
- Ihre Zweifel und Ängste teilen dürfen, ohne dass es als Schwäche gewertet wird,
- über neue Perspektiven denken, ohne dass es gleich bewertet wird.
Manchmal braucht es Stille, um wieder durchzuatmen. Manchmal braucht es viele Worte. Im Kern geht es immer darum, dass Sie den Kontakt zu sich selbst und dem, was Ihnen wirklich wichtig ist, wiederfinden.
Solche Momente lassen sich nicht erzwingen oder in einen Plan pressen. Sie geschehen, wenn man aufhört, gegen das Unplanbare anzukämpfen. Wer den Kampf um die totale Kontrolle beendet, spürt sofort, wie die Anspannung weicht. Es entsteht Gelassenheit. Und aus dieser Ruhe heraus zeigen sich oft ganz von selbst die nächsten, richtigen Schritte.
Genau das üben wir im Coaching: Gemeinsam das Unerwartete anzunehmen, statt es zu bekämpfen. Dabei werden Sie merken: Sie sind gelassener und handlungsfähiger, als Sie unter dem Druck der letzten Wochen dachten.
Welche Themen rauben Ihnen gerade die Ruhe? Und wo wünschen Sie sich einen solchen Raum der Klarheit?