Im Chaos den inneren Kompass wiederfinden
Ein Schlüsselkunde springt ab, 20 % des Umsatzes brechen weg. Ein Lieferant wird insolvent, die Produktion steht still. Eine neue Regulierung stellt das ganze Geschäftsmodell infrage. Von einem Tag auf den anderen ist der sorgfältig ausgearbeitete Plan Makulatur.
Sie sind damit nicht allein. Laut dem Conference Board CEO Confidence™ Survey (2026) ist „Unsicherheit" mittlerweile das größte wirtschaftliche Risiko für US-Führungskräfte – noch vor Inflation oder Zinsen. Auch das Allianz Risk Barometer 2026 zeigt: Lieferkettenunterbrechungen und politische Unsicherheit führen die Liste der Geschäftsrisiken an. Ereignisse, die sich durch noch so gute Datenanalyse nicht vorhersagen lassen.
Die Illusion der Kontrolle
Die moderne Geschäftswelt verspricht: Mit genügend Daten, den richtigen Tools und der perfekten Strategie lässt sich alles kalkulieren. Für fast jedes Problem eine App, für jede Krise eine Methodik, für jede Unsicherheit ein Dashboard.
Doch wenn das Unerwartete eintritt, zeigt sich: Das vermeintliche Wissen war nur eine Illusion von Sicherheit. Und je mehr man kontrollieren wollte, desto hilfloser steht man da, wenn genau das nicht funktioniert. Das erzeugt innere Unruhe, Frust – und schnell das Gefühl, versagt zu haben.
Warum ein Plan hier nicht weiterhilft
Der Wunsch nach einer schnellen Lösung ist verständlich. Viele meiner Coachees – meist Führungskräfte aus dem Mittelstand – kommen mit einer klaren Erwartung ins Coaching: „Geben Sie mir den Plan, wie ich die Situation wieder in den Griff bekomme."
Genau hier liegt das Problem: Der Markt lässt sich nicht vollständig kontrollieren. Was sich der Kontrolle entzieht, löst sich nicht durch noch mehr Optimierung. Der Soziologe Hartmut Rosa bringt es auf den Punkt: Wir müssen lernen, uns auf das „Unverfügbare" einzulassen, statt es bekämpfen zu wollen. Wer das Unplanbare mit noch mehr Kontrolle bändigen will, verliert oft genau das, was er bewahren möchte, nämlich seine Klarheit und Handlungsfähigkeit.
Mein Ansatz: Raum statt Rezept
Führung in unsicheren Zeiten heißt nicht, die Zügel noch fester anzuziehen. Es bedeutet, innerlich einen Schritt zurückzutreten, wenn äußere Pläne nicht mehr greifen. Es geht nicht um eine weitere Checkliste, sondern darum, wieder festen Stand und klare Sicht zu gewinnen.
Stellen Sie sich einen geschützten Ort vor, an dem Sie die Maske des „immer Wissenden" ablegen dürfen. Einen Raum für echtes Sparring, in dem Sie nicht funktionieren müssen, sondern einfach sein dürfen – mit allem, was gerade schwer wiegt und unbeantwortet ist.
Ein Ort, an dem Sie:
- Ihre größten Herausforderungen offen besprechen können – ohne sofort eine Lösung parat haben zu müssen,
- Zweifel und Ängste teilen dürfen, ohne dass es als Schwäche gilt,
- neue Perspektiven denken dürfen, ohne gleich bewertet zu werden.
Manchmal braucht es Stille, um durchzuatmen. Manchmal viele Worte. Im Kern geht es immer darum, den Kontakt zu seinen ursprünglichen Wünschen und Werten wiederzufinden.
Solche Momente lassen sich nicht erzwingen. Sie entstehen, wenn man aufhört, gegen das Unplanbare anzukämpfen. Wer den Kampf um totale Kontrolle beendet, spürt oft sofort, wie die Anspannung weicht. Es entsteht Gelassenheit – und aus dieser Ruhe heraus zeigen sich meist ganz von selbst die nächsten, richtigen Schritte.
Genau das üben wir im Coaching: gemeinsam das Unerwartete annehmen, statt es zu bekämpfen. Dabei merken Sie oft: Sie sind gelassener und handlungsfähiger, als Sie unter dem Druck der letzten Wochen dachten.
Welche Themen rauben Ihnen gerade die Ruhe? Und wo wünschen Sie sich einen solchen Raum der Klarheit?
Kontaktieren Sie mich einfach für ein erstes Gespräch.
Weiterführende Informationen
Conference Board CEO Confidence™ Survey