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Paradoxe Intervention als Methode - Vortrag bei der GPM München

 

Eine Einladung, auf der Suche nach der richtigen Entscheidung ganz bewusst in andere Richtungen zu blicken...

Am 16. Mai 2019 durfte ich bei der GPM Regionalgruppe als Referentin zu Gast sein und eine Methode vorstellen, die sich in meiner Praxis als Coach und Beraterin mehrfach bewährt hat: die paradoxe Intervention. 

Entscheidungsprozesse werden von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst. Zahlen, Daten und Fakten spielen eine große Rolle. Sind jedoch hohe Kosten beim Scheitern zu befürchten und die Ausgangssituation unsicher, reichen "ZDF" nicht aus. Stattdessen tritt beim Entscheiden etwas in den Vordergrund, was man landläufig als "Bauchgefühl" bezeichnen könnte. Individuelle Erfahrungen, persönliche Präferenzen, unterschiedliche Unsicherheitsvermeidungsgrade und etliches mehr treffen in Gruppen aufeinander. So führt das nicht selten in Entscheiderkreisen zu Blockaden, langen Diskussionen und aufgeschobenen Entscheidungen. 

Versuche zur Lösung dieser Situation, die in die gleiche Richtung zielen wie das, was man schon etliche Male besprochen oder durchdacht hat, funktionieren  eher wenig. Besser ist es, den systemischen Blick einzusetzen. Dieser richtet sich darauf, wohin der oder die "Entscheider" ihren Fokus gelegt haben und ob es nicht auch andere "Blickrichtungen" geben könnte. Erfahrungsgemäß bieten sich mit der Erweiterung der Perspektiven neue Handlungsmöglichkeiten oder auch andere Bewertungen der Situation, die das Ganze in Bewegung bringen. 

Die paradoxe Intervention ist eine systemische Methode, mit der die Aufmerksamkeit in die entgegengesetzte Richtung gelenkt wird, nämlich: wie schaffen wir es, Risiken entstehen zu lassen oder zu fördern und damit das Vorhaben unbeabsichtigt zu behindern. 

Das Tool ist sowohl im Projektmanagement wie auch bei der Risikobetrachtung von Veränderungsmaßnahmen im Management einsetzbar. Es eignet sich aber auch hervorragend für private Anliegen wie z.B. einen Jobwechsel oder die Entscheidung, sich selbständig zu machen. Als Methode für die Bearbeitung mit (Projekt-)Teams ist die paradoxe Intervention im Buch "Systemische Werkzeuge für erfolgreiches Projektmanagement" beschrieben.

 

Nach einer Einführung in das Thema konnten die TeilnehmerInnen an diesem Abend die Wirkungsweise des Tools unter meiner Moderation ausprobieren. Dazu arbeiteten sie anhand eines kleinen Falles in Kleingruppen. Es entspannten sich sehr gute Diskussionen und es wurden viele Fragen gestellt, z. B. für welche Fälle die Methode geeignet ist und welche Maßnahmen man denn treffen könnte, wenn die schädlichen Verhaltensweisen identifiziert sind.

Die Veranstaltung war vom GPM Team bestens organisiert und rundum gelungen. Alle waren mit Energie dabei und hatten sichtlich Spaß.

 

 

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